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Produktname: Nitrazepam Generikum 10 mg

Wirkstoffname: Benzodiazepine

Hersteller: Concern

Dosierung: 10




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Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Nitrazepam

Nitrazepam wird zur Behandlung der Symptome bei klinisch bedeutsamen Schlafstörungen angewendet. Klinisch bedeutsam sind solche Schlafstörungen, die aufgrund einer seelischen Erkrankung oder einer krankhaften Bewusstseinsstörung durch Angst, Spannung, Erregung oder innere Unruhe hervorgerufen werden. Dazu zählen auch Schlafstörungen, welche mit organischen Erkrankungen des Gehirns einhergehen, und solche vor oder nach einer Operation.

Weiterhin wird Nitrazepam bei einer Epilepsie von Säuglingen und Kleinkindern angewendet. Diese kann sich in speziellen Formen von Krämpfen, wie zum Beispiel BNS-Krämpfe äußern.

Es wird empfohlen, Nitrazepam bei solchen kleinen epileptischen Anfällen (Petit mal-Anfällen) mit anderen Antiepileptika zu kombinieren. Damit kann größeren Anfällen (Grand mal-Anfällen) besser vorgebeugt werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Nitrazepam sind vertiefende Informationen verfügbar:
- Schlafstörungen
- Epilepsien

Wirkungsweise von Nitrazepam

Nitrazepam besitzt wie alle Benzodiazepine angst- und spannungslösende Eigenschaften. Stärker tritt jedoch die beruhigende, schlafanbahnende, bewusstseinseintrübende Wirkung hervor. Ebenso überwiegt die Wirkung gegen epileptische Anfälle, die muskelentspannende Eigenschaft ist schwächer ausgeprägt.

Schon innerhalb kurzer Zeit (einer halben Stunde bis zwei Stunden) nach Einnahme erreicht der Wirkstoff die stärkste Konzentration im Blut (den maximalen Blutspiegel). Bei gleichzeitiger Nahrungsaufnahme verzögert sich die Aufnahme etwa um ein Drittel.

Die Ausscheidung über die Leber erfolgt sehr langsam; die Halbwertszeit schwankt zwischen 25 und 30 Stunden und verlängert sich altersabhängig sowie bei Übergewichtigen. Somit gehört Nitrazepam zu den lang wirksamen Benzodiazepinen.

Wann darf Nitrazepam nicht verwendet werden?

Nitrazepam darf wie alle Benzodiazepine nicht angewendet werden bei:
- einer Überempfindlichkeit gegen Benzodiazepine
- Myasthenia gravis
- einer Abhängigkeit von Medikamenten, Drogen und Alkohol
- Atemfunktionsstörungen
- zeitweiliger Atemstillstand im Schlaf (Schlafapnoe-Syndrom)
- schwerer Leberinsuffizienz
- Bewegungsablaufstörungen, die vom erkrankten Rückenmark oder Gehirn verursacht werden
- akuter Vergiftung mit Alkohol, Schlafmitteln oder Schmerzmitteln, Neuroleptika, Antidepressiva und Lithium.

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei:
- Alkohol- und/oder Drogenmissbrauch in der Vorgeschichte
- eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion (eventuell ist eine Dosisverminderung nötig).

Nitrazepam sollte, wie alle Benzodiazepine, nicht zur Grundbehandlung von Psychosen eingesetzt werden. Auch zur Einzelbehandlung von Depressionen oder Angstzuständen, die von Depressionen begleitet sind, ist Nitrazepam nicht geeignet. Unter Umständen können die depressiven Beschwerden verstärkt und so das Risiko eines Selbstmordes erhöht werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Nitrazepam und sein Hauptstoffwechselprodukt gelangen über den Mutterkuchen zum Ungeborenen. Sie können sich dort anreichern, was beim Kind zu Überdosierungen mit der Folge von Fehlbildungen und geistigen Einschränkungen führen kann.

Erhalten Mütter während der Schwangerschaft Benzodiazepine als Dauerbehandlung, in hohen Dosen oder während der Geburt, können die Kinder Entzugssymptome wie Atembeschwerden, erschlaffte Muskeln, erniedrigte Körpertemperatur und Trinkschwäche zeigen. Deshalb sollte Nitrazepam während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es der Arzt für zwingend erforderlich hält.

Nitrazepam und sein Stoffwechselprodukt gehen in die Muttermilch über. Da der Wirkstoff von Neugeborenen wesentlich langsamer abgebaut wird als von Kindern oder Erwachsenen, kommt es zu Atembeschwerden und Trinkschwäche. Es sollte also bei einer Behandlung mit Nitrazepam entweder nicht gestillt oder abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei Säuglingen und Kleinkindern wird Nitrazepam bei Krämpfen aufgrund einer Übererregbarkeit des Gehirns angewendet. Es ist insbesondere für anfallsbedingte Krämpfe, wie zum Beispiel BNS-Krämpfe, zugelassen.

Nebenwirkungen:
Gelegentliche Nebenwirkungen:
Störungen der Verdauungstätigkeit, Libido-Veränderungen, Hautreaktionen.

Seltene Nebenwirkungen:
Atemaussetzer (insbesonders während der Nacht).

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
Benommenheit, Aufmerksamkeitsverringerung, Müdigkeit, Gefühlsabdämpfung, Verwirrtheit, Muskelschwäche, Störungen der Bewegungssteuerung, Bewegungsunsicherheit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Sehstörungen. Diese Nebenwirkungen treten in Abhängigkeit von der jeweiligen Empfindlichkeit des Patienten und der eingenommenen Dosis insbesondere zu Beginn der Therapie auf und verringern sich in der Regel bei wiederholter Anwendung.

Besonderheiten:
Die Einnahme von Benzodiazepinen wie Nitrazepam kann zur Abhängigkeit mit Entzugserscheinungen führen. Bereits bei täglicher Anwendung über wenige Wochen kann sich eine Abhängigkeit entwickeln. Dies gilt nicht nur für die missbräuchliche Anwendung besonders hoher Dosen, sondern auch für den üblichen Dosisbereich während einer Behandlung.

Nach längerer Einnahme und plötzlichem Absetzen von Nitrazepam treten Schlafstörungen und vermehrtes Träumen, Angst, Spannungszustände, Erregung, innere Unruhe, Zittern, Schwitzen, Erhöhung der Krampfbereitschaft mit Auslösen von Krampfanfällen und Psychosen mit Gedächtnisstörungen, Denkstörungen und Wahnvorstellungen auf. Die Behandlung mit dem Wirkstoff sollte daher immer mit langsam verminderten Dosen beendet werden.

Die abendliche Einnahme von Nitrazepam kann noch am nächsten Morgen zu verminderter Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit sowie Restmüdigkeit führen.
Wegen der muskelerschlaffenden Wirkung ist besonders bei älteren Patienten eine erhöhte Sturzgefahr gegeben. Die Patienten müssen daher vor allem bei nächtlichem Aufstehen vorsichtig sein.

Die Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine kann zeitlich oder inhaltlich begrenzte Erinnerungslücken verursachen. Diese treten meist einige Stunden nach der Einnahme auf. Die Patienten sollten deshalb dafür sorgen, dass sie nach der Einnahme eine ununterbrochene Schlafdauer von etwa sieben bis acht Stunden haben.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch kann das Medikament eine Abhängigkeit erzeugen.
Das Medikament sollte niemals plötzlich, sondern immer nur in langsam verminderter Dosierung abgesetzt werden.
Bei der Einnahme des Medikaments muss auf ausreichende Schlafdauer geachtet werden, um Gedächtnislücken zu vermeiden.
Während der Behandlung mit dem Medikament sollte kein Alkohol getrunken werden.
Die Konzentration im Straßenverkehr und beim Bedienen von Maschinen kann durch das Medikament beeinträchtigt sein. Das gilt besonders im Zusammenwirken mit Alkohol.
Während der ersten Tage nach Verabreichung des Medikaments sollten gefahrvolle Tätigkeiten (Führen von Maschinen, Führen von Fahrzeugen) unterbleiben.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.